Friedrich Merz gehört zu den einflussreichsten und zugleich umstrittensten Politikern der modernen deutschen Politik. Als Vorsitzender der Christlich Demokratischen Union (CDU) und zentrale Figur der konservativen Erneuerung steht er für einen klaren wirtschaftsliberalen Kurs, eine härtere Migrationspolitik und eine stärkere geopolitische Position Deutschlands in Europa und der Welt.
Frühes Leben und politischer Aufstieg
Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete er zunächst als Jurist, bevor er 1989 erstmals ins Europäische Parlament gewählt wurde. 1994 zog er in den Deutschen Bundestag ein und machte sich schnell als wirtschaftspolitischer Experte einen Namen.
Seinen größten politischen Einfluss erlangte Merz Anfang der 2000er-Jahre als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, bevor er sich nach innerparteilichen Machtkämpfen – insbesondere mit Angela Merkel – vorübergehend aus der aktiven Politik zurückzog.
Karriere außerhalb der Politik
Zwischen 2009 und 2018 war Merz in der Privatwirtschaft tätig. Er arbeitete unter anderem als Rechtsanwalt, Berater und Aufsichtsratsmitglied in großen Unternehmen. Besonders bekannt wurde seine Rolle als Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland, was ihm sowohl wirtschaftliche Reputation als auch politische Kritik einbrachte.
Diese Phase prägte sein Image als Vertreter wirtschaftlicher Effizienz, Marktliberalismus und unternehmerischer Interessen.
Politisches Comeback und CDU-Vorsitz
Nach mehreren gescheiterten Anläufen übernahm Friedrich Merz im Januar 2022 den Vorsitz der CDU. Sein Ziel: die Partei nach Jahren der Merkel-Ära ideologisch neu auszurichten und klarer konservativ zu positionieren.
Unter seiner Führung setzt die CDU verstärkt auf:
- Haushaltsdisziplin und Schuldenbremse
- Wirtschaftswachstum und Entlastung des Mittelstands
- Strengere Migrations- und Asylpolitik
- Stärkung der inneren Sicherheit
- Klarere außenpolitische Linie gegenüber Russland und China
Merz positioniert sich damit bewusst als Gegenpol zur aktuellen Bundesregierung.
Außen- und Europapolitik
Friedrich Merz gilt als überzeugter Transatlantiker und Unterstützer der NATO. Er spricht sich für eine stärkere militärische und politische Rolle Deutschlands innerhalb Europas aus und fordert mehr strategische Eigenständigkeit der EU.
Im Ukraine-Krieg vertritt Merz eine harte Linie gegenüber Russland und plädiert für umfassende Unterstützung Kiews – militärisch, wirtschaftlich und politisch.
